Singsittich

Der Singsittich

Psephotus haematonotus

1.0 Namensgebung:

Was der Name schon sagt, haben Singsittiche einen melodiösen Gesang, der während der Zuchtzeit täglich zu hören ist.

Auf einer seiner Entdeckungsreisen in das ausgedehnte innere Australien stieß John Gould (berühmter englische Ornithologe 1804 - 1881) im Jahre 1837 auf einen bunten Sittich, im gleichen Jahr stellte die Zeitschrift Proceedings of the Zoologigical Society of London diesen Sittich als Singsittich und Vertreter der Plattschweifsittiche wissenschaftlich vor. Der rötlich gefärbte Rücken brachte im den Namen haematonotus - (blutverschmierte) Rückseite

1.2 Die Heimat der Singsittiche:

Südostaustralien, Südwestqueensland, Inneres von Neusüdwales, und südöstliches Südostaustralien.

Singsittich

Abb. 1 Singsittich – Zuchtpaar vor Nistkasten. Abb. 2 Australien

 

1.3 Beschreibung des Vogels

Männchen: Größe 27 cm. Kopf grün; Stirn, vorderer Scheitel und unterer Wangenbereich mit bläulichem Anflug; Brust gelblichgrün; Bauch kräftig gelb; Unterschwanzdecken weißlich; Nacken- und Rückenfedern matt blaugrün; die inneren mittleren Flügeldecken und Armdecken blaugrün; äußere mittlere Flügeldecken gelb; Flügelbug, Handdecken, Unterflügeldecken und Außenfahnen der Handschwingen violettblau; Unterrücken rot; Oberschwanzdecken grün; mittlere Schwanzfedern oberseits bronzegrün und mit blauschwarzer Spitze; die äußeren Schwanzfedern blaugrün und mit weißlichblauer Spitze; Schwanzunterseite blaßbläulich; Schnabel schwärzlich; schmaler nackter Augenring grau; Iris dunkelbraun; Füße grau.

Weibchen: Olivgrau; Scheitel, Rücken und Flügel grünlicholiv; Flügelbug, Handdecken, Unterflügeldecken und Außenfahnen der Handschwingen matt violettblau; die inneren mittleren Flügeldecken und äußeren Armdecken olivgrün mit breiten blassblauen Säumen; äußere mittlere Flügeldecken blassblau; Unterrücken und Oberschwanzdecken grün; Unterschwanzdecken weißlich und mit einem blassen Blau verwaschen; Schnabel grau. Jungtiere in beiden Geschlechtern wie die Alttiere, jedoch mit deutlich matterem Gefieder; junge Männchen mit weniger Rot auf dem Unterrücken; Umfärbung mit 4 Monaten abgeschlossen.

 

2. Haltung: Da es sich bei den Singsittiche um ein recht großen Vogel handelt, sollte er auch in größere Räumlichkeiten ( Volieren ) untergebracht werden. Singsittiche sind fluggewandte und lebhafte, manchmal auch recht stürmische Vögel, bei ausreichender Größe der Voliere können sie auch mit anderen Sitticharten wie Feinsittiche, Bourkesittich, oder wie bei mir Spring- und Ziegen-Sittiche gehalten werden, nur eine gemeinsame Brut mit anderen Sitticharten ist nicht ratsam. Singsittich sind ausdauernd, hart und sehr widerstandsfähig gegen Regen und Kälte. Trotz allem sollte die Voliere mit einem geschlossenen Dach erbaut werden. Man vermeidet damit nächtliche Störungen durch Eulen und Katzen. Ein schreckhaftes Umherfliegen der Tiere vermeide ich durch eine Dämmerungsbeleuchtung, sie ist so hell, dass der Vogel auch Nachts seinen Sitzplatz findet.

 

3.Ernährung: Ein gutes Großsittichfutter wie es im Handel angeboten wird sollte das Grundfutter sein, zusätzlich sind Apfel- und Möhrenstücke, viel Grünzeug wie Löwenzahn Vogelmiere und Kreuzkraut zu reichen. Während der Jungenaufzucht noch zusätzlich ein gutes Eifutter, welches ich mit Matzinger Hundeflocken (ohne Fleisch) vermische und leicht anfeuchte, dieses muß jeden Tag erneuert werden.

Abb.3 Singsittich-Jungvogel

 

4. Zucht:Gelingt regelmäßig und ist nicht schwierig; Paar möglichst allein

unterbringen, da während der Brutzeit aggressiv. Brutbeginn meist ab April; Normalgelege 5-7 Eier; Brutdauer 19 Tage; Das Weibchen wird in dieser Zeit vom Männchen gefüttert; verläßt die Bruthöhle nur, um Kot abzusetzen; Nestlingszeit 28 Tage. Ausfliegende Jungtiere sind nach 14 Tagen selbständig und sollten spätestens nach 6 Wochen von den Altvögeln getrennt werden, da sie sonst von dem Zuchthahn aggressiv angegriffen werden.

6. Mauser: Der Federwechsel der Vögel, tritt regelmäßig wiederkehrend auf.

Viele Federn sind im Laufe des Jahres abgenutzt oder beschädigt. Sie

werden während der Mauser kontinuierlich erneuert, jedoch nie so, dass eine Beeinträchtigung des Flugvermögens besteht. Die Mauser beginnt mit dem

Großgefieder (Flügel- und Schwanzfedern) und endet schließlich mit dem Kleingefieder des Kopfes. Die Mauser dauert etwa 7 bis 9 Wochen, bei Jungtieren beginnt sie etwar nach einem halben Jahr. Während der Mauserzeit ist auf eine vitamin- und mineralstoffreiche Ernährung zu achten, hilfreich ist hier die Fütterung von sehr viel Grünfutter, Vogelgrit und Taubensteine.

7. Krankheiten: Eine vollständige Auflistung aller Erkrankungen von der Singsittich befallen werden könnten, würde diesen Rahmen sprengen.

Die häufigste Erkrankung bei Sittichen aller Arten ist der Wurmbefall. Bei starker Abmagerung eines Vogels kann Wurmbefall die Ursache sein. Das Vorhandensein von Würmer kann vom Tierarzt mikroskopisch nachgewiesen werden. Diese Untersuchung ist schon wegen der Bestimmung der Wurmart unerläßlich.

Erkrankt eine Vogel, so sollte man diesen sofort separat in einen Krankenkäfig unterbringen. Den übrigen Bestand genau beobachten. Käfig oder Voliere in dem sich der erkrankte Vogel befand gründlich reinigen und desinfizieren. Ursache der Infektion ergründen (Beschaffenheit des Futters, Nisteinlage, Kotfarbe)

Erkranktes Tier einem Tierarzt vorführen, Kotproben bereitstellen.

Abwechslungsreiche und leichte Ernährung (Kolbenhirse) und ein Multi-Vitamin- Präparat zur Unterstützung verabreichen, nach Rücksprache mit dem

Tierarzt.

5. Mutationen:1936 ist in England eine gelbe Mutation aufgetaucht, beim

Männchen war die grüne Färbung blaß gelbgrün, das Rot des Bürzels ist durch ein Orang ersetzt. Weitere Mutationen sind Wildfarbig/ Blau, Blau, Blau/Pastell, Blau/Opalin, Blau/Opalin/Pastell, Zimt und Pastell /Zimt.

Bemerkung: Bei aller Schönheit von Farben in Mutation, sollte die Züchtung der Wildform den Vorrang gegeben werden.

8.0 Verwendete Literatur: Bei der Farbbeschreibung des Vogels AZ-Vogellexikon.

 

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