Die Mauser

Die Mauser in der Vogelwelt

Nach der Brutzeit, gegen Ende Juli bereits, wenn die Vogelfamilie noch mit den dreiviertelwüchsigen Jungen umherschwärrmt, legen einige Vögel ihr Ruhekleid an, andere stellen den Gesang ein.

Der Wechsel des Gefieders erfolgt, schwächliche Vögel gehen nicht selten während der Mausezeit ein, und selbst vollkräftige machen in vielen fällenden Eindruck, als seien sie Krank. In Wahrheit ist die Mauser ein natürlicher Vorgang, der überstanden werden muss. So werfen die Schwäne, Gänse und Enten, bei der Herbstmauser alle Schwungfedern ab, so dass sie nicht mehr Fliegen können. Sie Ziehen sich in den Wochen der Hilflosigkeit auf einsame Schilfinseln zurück, um dort vor Ihren Feinden Schutz zu finden. Der See gibt ihnen Nahrung genug, so dass sie diese gefahrvolle Zeit überstehen können.

Was aber sollen Vögel die beim Erwerb ihres Lebensunterhalts allein auf ihre Flugkraft angewiesen sind.

Die Falken, Adler und Eulen, bei einer teilweise gestörten Flugfähigkeit anfangen? Die Natur hat hier einen Ausweg gefunden.

Der Adler verliert immer nur eine Feder und eine weitere erst dann, wenn die vorher ausfallende nachgewachsen ist; so kann sich die Mauser bis zu zwei Jahre dauern. Aber die grossen Adlerarten sind oft weit mehr Aasfresser als Jäger. Dagegen Verzehren die Falken und Eulen nur selbst im Flug geschlagene Beute, schon eine einzige verlorene Schwungfeder würde das Gleichgewicht und damit die Präzision des Fluges erheblich beeinträchtigen. Hier sorgt die Natur für den Ausgleich, in dem der Körper die gleiche Feder immer in beiden Flügeln zugleich abwirft und so im Gleichgewicht bleibt, erst wenn ein Federpaar nachgewachsen ist, fällt das zweite korrespondierende Paar. Auf diese weise zieht sich die Mauser fast über den ganzen Sommer hin. Bei Habicht und Sperber mausern Männchen und Weibchen zu verschiedenen Zeiten, während die Weibchen brüten, mausern sie und werden vom Männchen, das voll Flugtüchtig bleibt, mit Nahrung versorgt. Erfordert die Aufzucht der Jungen später die Fürsorge beider Eltern, so ist auch die Mauser des Weibchens beendet.

Zieht der Nestling sein so genanntes Jungendkleid an. so spricht man Jungendmauser. Mit Eintritt der Geschlechtsreife wechselt er in Alterskleid.

Die Brutmauser tritt ein, wenn der Vogel vom Brut- zum Ruhekleid übergeht, und in der Prachtmauser zieht er sein Hochzeitskleid an, sofern die Art ein solches hat. Das Federkleid der Vögel ist eine wunderbare Erscheinung in der Natur, und für uns noch immer ein Geheimnisvolles Gebilde.

Die Vogelfedern bedecken den Rumpf dachziegelartig, aber sie stehen nicht gleichmässig verteilt, sondern sind Rainen und Fluren angeordnet. Sie bilden das Kleingefieder. Unter dem Grossgefieder verstehen wir die Schwung- und Steuerfedern. Daneben aber gibt es am Vogelkörper noch andere Federarten, die man je nach Gestalt und Aufgabe als Dunen, Puderdunen, Pinselfedern, Fadenfedern usw. bezeichnet. Die Feder selbst wird vom Blut des Vogels ernährt und Keimt aus der so genannten Federpapille.

Anfangs ist in eine Häutige Scheide eingehüllt und Ihr inneres, die “Federseele” mit Blut gefüllt, ist die Feder aus gewachsen , so fällt die äussere Hülle schuppig ab, und die Seele vertrocknet sie bleibt so in Wahrheit ein Totes Gebilde am Körper.

 

 

 

 

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