Der Schönsittich

Der Schönsittich (Neophema pulchella)

Der Schönsittich gehört zur großen Familie der Plattschweifsittiche (Platycercidae) die (lt.Wolters) drei Unterfamilien hat, eine dieser Unterfamilien, die Gattung “Neophema” hat sechs Arten ausgebildet, wovon wiederum eine - unser Schönsittich (Neophema pulchella) ist.

Erstbeschreibung und Namensgebung : Der Oberkustos des naturwissenschaftlichen Britischen Museum,George SHAW (1751 - 1813), beschrieb 1792 erstmals wissenschaftlich den Schönsittich. SHAW wählte den Namen “pulchellus” = wunderschön. Der heutige Gattungsname “ Neophema” wurde erst 1891 vom italienischen Grafen Tommaso Salvaadori /1835 - 1923) im Catalogue of Birds in the British Museum aufgestellt.

Die Lebensräume des Schönsittich sind Waldrandgebiete in Höhen bis 1000 m, wie sie im südöstlichen Australien und südöstlich von Queensland, südwärts über News South Wales hin bis zum Mündungsbereich des Hunter Rivers typisch sind.

Ernährung : Als Vögel der weiten Grassteppe und der Waldrandgebiete bevorzugen Schönsittiche, wie alle Neophemen trockene, besonders mehlhaltige Sämereien. Das Hauptfutter für die Schönsittich in meiner Obhut, besteht aus einem guten Gemisch, wie es auch für Wellensittiche angeboten wird, sowie Kolbenhirse und einem speziellen Neophemenfutter. Auch Matzinger Hundeflocken (ohne Fleisch) wird täglich gereicht, wie auch Grünfutter : wie Löwenzahn, Vogelmiere und vor allen viele Gräser, wie auch Äpfel.

Zusammenfassend kann man feststellen, daß diese Sittiche bezüglich ihrer Fütterung keine hohen Ansprüche stellen.

 Schönsittich DSC00429

           Wildfarbiger Schönsittich Hahn                      Nachzucht 1 Woche alt

Beschreibung : Das Männchen hat eine blaue Stirn, Wagen sind türkis. die Schwingen dunkelblau während die vorderen Flügeldeckfedeern heller blau sind. Die Flügeldeckfedern an den Schultern sind rot, Unterseite des Vogels goldgelb, die äußere Schwanzeder ist gelb, dass übrige Gefieder ist allgemein grün. Wenn ein gut ausgefärbtes Männchen im Sonnenschein seine Vorderseite zeigt, ist jeder von dieser Farbschönheit entzückt. Der Schnabel ist hornfarben, die Augen braun, die Füsse fleischfarben. Das Weibchen ist in allen Farben deutlich matter, die roten Schulterferdern fehlen.

Junge Schönsittiche haben in den ersten Monaten das Aussehen von Weibchen, nach etwa sechs Monaten sind sie ausgefärbt. Junge Männchen sind bereits nach dem Nestausflug an den roten Schulterflecken zu erkennen.

Stimme: Während der Brutzeit läßt das Männchen ein angehmes, pfeifendes Gezwitscher hören, das nicht störend ist.

Haltung: Seit vielen Jahren halte ich Schönsittiche in Volieren. Einige Exemplare wurden dabei bis zu 15 Jahren alt. Mein heutiges Zuchtpaar ist mittlerweile auch schon 8 Jahre alt und die Befruchtung ist immer noch einwandfrei. In einer, jeweils 2 Meter hohen /lang/breiten, Voliere halte ich nur ein Paar während der Brutzeit. Andere Vögel sollte man nicht mit den Schönsittich vergesellschaften, sie könen während der Brut- und Aufzuchtperiode zu diesen unverträglich sein, da sie in dieser Zeit sehr temperamentvoll und angriffslustig sind.Auch ein anderes Schönsittichpaar in Rufweite unterzubringen ist nicht anzuraten, da es dann vorkommen kann, daß ein Brutpaar dies als Störung auffast und Eier oder Jungtiere verläßt.

Zucht: Schönsittichpaare sind sehr zärtlich zueinander, das Männchen lockt das Weibchen in den Nistkasten, der bei mir die Fläche von 17x19cm, bei einer Höhe von 25 cm hat und einer Öffnung von 6 cm versehen ist. Den Boden des Nistkastens bedecke ich mit einer Lage Sägemehl. Etwa 4 Tage nach Annahme des Nistkastens beginnt das Weibchen mit der Eiablage. Im Abstand von jeweils zwei Tagen werden vier bis sechs Eier gelegt, die nun vom Weibchen 18 bis 19 Tage bebrütet werden.

Während der Brut empfiehlt es sich, keine Nestkontrollen durchzuführen, eil nach meiner Erfahrung die Vögel im Nistkasten sehr empfindlich auf solche Störungen reagieren. Das Weibchen wird während dieser Brutzeit viel vom Männchen gefüttert, auch noch nach dem Sclupf der Jungen. Später werden die Jungtiere von beiden Elternteilen versorgt. Mit vier Wochen verlassen die Jungtiere das Nest und sind dann oft noch fluguntüchtig und hilflos. Kalte Nächte können ihnen in den Außenvolieren zu dieser Zeit noch schaden, wenn sie keinen schützenden Innenraum aufsuchen können. Da die Jungen mitunter auch sehr stürmisch sein können empfiehlt es sich ,evtl, vorhandene Glasscheiben zu verhängen und die den Nistkasten gegenüberliegende Volierwand mit Blätterzweigen zu versehen. Die Jungtier werden nun noch etwa 14 Tage von den Alten gefüttert, dann sind sie selbständig. Bald darauf sollte man sie von den Eltern trennen, zumal das Weibchen schon zur zweiten Brut anschickt. Auch das Männchen wird für die Jungen zu diesem Zeitpunkt meist gefährlich.

Mutationen:Nach RUTGERS handelt es sich bei den rotbäuchigen Schönsittich nicht um eine Mutation sondern um eine Farbspielart der Naturform. Die Intensität der Rotfärbung auf Brust und Bauch der Männchen ist bei jedem Individuum unterschiedlich manchmal reicht die Rotfärbung vom Unterschnabel bis zum Steiß. Bei den rotbäuchigen Weibchen beginnt die Rotfärbung ab der Bauchgegend. Niederländiche Züchter brachten in den 78er Jahren die ersten scheckigen wie auch gelbe Schönsittiche Die Mutation “Oliv” trat zuerst in Dänemark auf und unterscheidet sich von der normalfarbenen Wildform dadurch, daß sämtliche Grünpartien wesentlich dunkler und intensiver olivgrün sind.

Mischlinge: Zwischen allen sechs Neophemenarten sind Mischlinge möglich. So interessant die Kreuzung dieser verschieden Arten für manchen auch erscheinen mögen, sollten sie nicht zum Aufgabengebiet eines ernsthaften Züchter gehören.

Durch unkontrollierte Mischlingszuchten sind heute schon die Stämme artreiner Schönsitiche, wie auch andere Neophemen stark dezimiert. Die Vermischung von reinerbigen Schönsittichen mit der rotbäuchigen Variante, hat dazu geführt, daß die Erbanlagen dieser Spielart stark verbreitet wurde und die eigentliche Wildform nicht mehr vorhanden ist. Da durch die strenge Ausfuhrverbote der australischen Regierung seit Jahrzehnten keine wildlebenden Sittiche mehr zu uns kommen und die vorhandenen Bestände durch Mutationen und sinnlose Kreuzungen vermengt wurden, gibt es fast keine “echten” Schönsittiche mehr in Züchterhand - eigentlich schade um diesen schönen Vogel.  

 

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