Artgerechte Haltung

Ratschläge zur Käfighaltung von Wellensittichen.

Der Wellensittich ist wohl der häufigste Käfigvogel in Deutschland. Die Züchter werden immer wieder darauf angesprochen wie denn Sittich am besten gehalten und untergebracht werden könnten.

Zuchtform der Standard Wellensittiche                       (Ein Vogelkäfig der für Wellensittich
 wenig geeignet ist)                 

Da immer wieder die gleichen Fragen gestellt werden, habe ich mich entschlossen einen

Antwortenkatalog in Kurzform auf die häufigsten Fragen zu erstellen, der erst einmal

vorab klären soll, ob die Haltung eines Wellensittichs für den evtl. Interessenten in Frage kommt.

Dabei soll natürlich darauf hingewiesen sein, dass in dieser Kurzform nicht jede sich stellende Frage

beantwortet werden kann, dazu ist die Lektüre der vielen auf dem Markt befindlichen Fachbücher vor 

der Anschaffung eines Vogels dringend zu empfehlen.

 

Käfighaltung von Wellensittichen:

Aus meiner Sicht sind die auf dem Markt angebotenen Zimmerkleinkäfige für Wellensittiche als

Daueraufenthalt für diesen sehr flugfreudigen Vogel ungeeignet und kommen nur für den

vorübergehenden Aufenthalt z.B. Eingewöhnung, Abwesenheit des Pflegers, geschützte

Futter- und Schlafstelle bei ansonsten täglichen Zimmerfreiflügen in Frage. 

1.Kauf eines Vogels:

Der Kauf eines Wellensittichs sollte (wie der eines jeden Tieres) nicht spontan, sonder wohlüberlegt

 sein. Wellensittiche können mehr als zehn Jahre alt werden. 

2.Erkennen von Männchen oder Weibchen:

Männliche Jungtiere haben eine rosa-blaue bis lilafarbige Nasenhaut (im Alter blau).

Das weibliche Jungtier hat eine hellere Nasenhaut (im Alter braun)

3. Käfigwahl:

Ein Sittichkäfig sollte leiterförmig quergedrahtet sein, um der angeborenen Kletterfähigkeit der kleinen

Papageien gerecht zu werden. Der Käfig sollte länger als hoch sein. Runde Käfige mögen für manchen

Pfleger optisch schöner sein, für Wellensittiche sind sie aufgrund der noch weiten eingeschränkten

Bewegungsmöglichkeiten ungeeignet.

4. Käfigboden:

Um die nötige tägliche Reinigung des Käfigbodens schnell, gründlich und einfach zu bewerkstelligen,

legt man diesen am günstigen mit Haushaltspapier aus. So kann auch die Beschaffenheit von Kot und

Harnstoffe (weisslicher Bestandteil) besser kontrolliert werden. Bei Sandeinstreu besteht die Gefahr,

dass der Vogel, wenn er mit dem Sand Minerale aufnehmen will, gleichzeitig Kot und andere

Verunreinigungen mit aufnimmt..

5. Standort:

Plazieren Sie den Käfig immer in Augenhöhe des Menschen, möglich an einer Wand und wechseln Sie

den Platz selten.Vermeiden Sie bitte Sonneneinstrahlungen und Durchzug. Da manche Pflanzen für

Vögel giftig sein können, muss darauf geachtet werden, dass diese vom Käfig aus nicht erreicht werden.

6. Futter- und Trinknäpfe:

Wasser- und Futternäpfe sollten nie direkt unter einer Sitzstange angebracht werden, damit sie nicht

verunreinig werden. Kontrollieren Sie diese Näpfe regelmässig. Füllen Sie Trinkwasserautomaten täglich

 frisch auf und reinigen Sie diese, weil sich bei direkter Lichteinstrahlung besonders schnell Algen bilden.

7. Das Bad am Samstagabend:

Geben Sie dem Vogel einmal in der Woche Gelegenheit zum Baden. Will er nicht, so besprühen

Sie ihn besonders in der Mauserzeit leicht mit einem Zerstäuber. So beschleunigen Sie den Wuchs

 seines Federkleides.

8. Geselligkeit:

Der Wellensittich ist wie viele Papageienvögel ein geselliges Tier. Kann oder will man ihn, aus welchen

Gründen auch immer - nicht mit Seinesgleichen vergesellschaften, ist man verpflichtet sich mit ihm

 regelmässig und ausgiebig zu beschäftigen. Ist dies nicht möglich, sollte man auf die Haltung verzichten

oder ihm einen Partner zugesellen, um den Spieltrieb zu befriedigen und so die Einsamkeit zu

überbrücken. Spielzeug in Form von Leitern, Holzkugeln usw. engen den ohnehin den begrenzten

Lebensraum im Käfig noch mehr ein.

9. Gritsteine und Kalk.

Körnerfresser brauchen zu mechanische Futterzerkleinerung Gritsteine im Muskelmagen. Diese nehmen

 sie mit dem Futter oder in kleinen Hängenäpfen auf. Futterkalk separat oder als Beimischung

zum Futter reichen.

10.Vogelfutter und Leckereien

Als Grundfutter nimmt man handelsübliches Körnerfutter. Dessen Lagerung sollte kühl und trocken

sein. Muffig riechendes Futter ist häufig von Futtermilben befallen und sollte den Vögeln nicht mehr

angeboten werden. Geben Sie dem Vogel gelegentlich ein Stückchen Apfel oder Möhre.

Kein Salat! Sonst kann er Durchfall bekommen.

Und zum Schluss:

Viel Spass und Freude mit Ihrem gefiederten Kameraden.

 

[Lier's Startseite] [Vogelkunde] [Artgerechte Haltung] [Die Mauser] [Der Schönsittich] [Nistkastenbau] [Rosellas] [Singsittich] [Bourkesittich] [Ziegensittich] [Kontakt]